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Skelettfund in Niederrodenbach: Traurige Gewissheit

Rodenbach

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    Die Identität der in Niederrodenbach gefundenen Leiche ist laut Polizeiangaben geklärt. (Symbolbild: thb)

Niederrodenbach. Bei der am 3. Oktober bei Rodenbach gefundenen Leiche handelt es sich um den seit März dieses Jahres vermissten Yannick aus Rodenbach. Das haben jetzt die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kripo Hanau ergeben.

Artikel vom 09. Oktober 2017 - 15:38

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Von Reinhard Breyer

Bislang stehe allerdings noch nicht fest, an was Yannick Nabroth gestorben ist. Spaziergänger hatten den Leichnam am 3. Oktober gegen 17.30 Uhr in einem Waldgebiet bei Niederrodenbach gefunden und die Polizei verständigt. Die sterblichen Überreste wurden im Zentrum für Rechtsmedizin Frankfurt untersucht, so die Behörden. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen liegen den Ermittlungsbehörden bislang nicht vor, heißt es in der Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft vom gestrigen Montag. Die Ermittlungen hierzu dauerten noch an.

Schock am Abend

Am 2. März verlor sich jede Spur von Yannick Nabroth. Er verließ die Wohnung am späten Vormittag in Richtung Schule. Als er am Nachmittag nicht zurückkehrte, versuchte die Mutter, ihn per Handy zu erreichen – doch vergebens. Am Abend der Schock für die Mutter: Der Lehrer teilte mit, dass der Junge nicht zum Unterricht erschienen sei. Da Yannick bereits volljährig war, rieten die Beamten ihr, noch bis zum nächsten Tag zu warten, in der Hoffnung, dass er sich noch melde.

Hinweissuche über verschiedene Kanäle

Doch viele Details beunruhigten die Rodenbacherin bereits wenige Stunden nach dem Verschwinden des Sohnes. So fand sie seinen Rucksack, ohne den er sonst nie aus dem Haus ging, im Keller. Auch auf die SIM-Karte seines Handys und erspartes Geld stieß sie. Auf vielen Kanälen versuchte die Mutter, Hinweise auf den Sohn zu bekommen. Neben Presseveröffentlichungen der Polizei in den Medien setzte sie auch auf Hinweise über Facebook. In zahlreichen Geschäften waren Veröffentlichungen mit dem Foto des jungen Mannes zu sehen.

Die Mutter telefonierte Krankenhäuser ab, die Polizei kontaktierte sein schulisches Umfeld. Auch Hubschrauber wurden bei der Suche in den umliegenden Wäldern eingesetzt. Doch das Echo war auch viele Wochen nach seinem Verschwinden gering. Rund 30 Hinweise gingen bei der Kriminalpolizei ein. Die Ermittler gingen allen Hinweisen nach. Doch verwertbare Informationen über den Aufenthaltsort sind nicht dabei.

Fall bei Aktenzeichen XY

Die Mutter gab nicht auf und wandte sich ans Fernsehen. In der Sendung „Aktenzeichen XY Spezial – Wo ist mein Kind“ wurde der Fall drei Monate nach dem Verschwinden des Rodenbachers von Moderator Rudi Cerne aufgegriffen. Dort berichtete die Mutter über die Ereignisse während der letzten Tage und sagte „Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Ich glaube, dass er irgendwo ist, sonst könnte ich es gar nicht aushalten.“

Der junge Mann war im Computerspielen versiert und träumte davon, einmal selbst Spiele zu entwickeln. Grundlagen in der Informationstechnologie wollte er bei einem Praktikum im Klinikum Hanau erlernen.

Große Anteilnahme

Im Schulunterricht war es offenbar nicht so gut um seine Leistungen bestellt, wie die Mutter erklärte. Er zog sich immer mehr zurück, schilderte sie, brach Kontakte mit einem Freund ab. Mehrfach versuchte Birgit Nabroth, ihren Sohn aus der Reserve zu locken, berichtete sie in der „XY“-Sendung. Doch das wurde immer schwieriger. Die traurige Gewissheit, dass Yannick nicht mehr amLeben ist, hat gestern viele Menschen bewegt. Sie drückten ihr Mitgefühl auf der Facebook-Seite des HA aus.



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