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Bus-Chaos in Großkrotzenburg: Autofahrer provozieren Vollsperrung

Großkrotzenburg

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    Früher als geplant wurde die L3309 zwischen Großkrotzenburg und Großauheim für den gesamten Verkehr gesperrt. Schuld daran ist ein Missbrauch der Bus-Umleitung durch Autofahrer. Symbolbild: Pixabay

Großkrotzenburg. Wiederholt haben sich Anwohner über chaotische Zustände bei den Abfahrtszeiten und Wegen der Buslinie 566 beschwert (wir berichteten). Die Unregelmäßigkeiten sind laut Deutscher Bahn (DB) auch auf eine vorgezogene Vollsperrung zurückzuführen.

Artikel vom 03. August 2017 - 18:04

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Von Sebastian Zeh

Die DB übernimmt den Fahrbetrieb auf der Linie 566. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte eine DB-Sprecherin, dass erst ab dem dritten Bauabschnitt der Fahrbahnerneuerung auf der Landesstraße 3309 eine auch für den Busverkehr geltende Sperrung eingeführt werden sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt hätten Busse eine Sondererlaubnis gehabt, eine Straße zu nutzen, die durch das Firmengelände von Uniper führt.

Allerdings sei die Strecke auch in hohem Maße von PKW befahren worden. „Tipps, die Busroute zu nutzen und dem Bus einfach hinterher zu fahren, wurden durch Social-Media-Kanäle verbreitet. In zwei Stunden wurden hier zirka 460 Fahrzeuge gezählt, die zudem das Tempolimit überschritten“, so die DB-Sprecherin.

Knöllchen zeigen keine Wirkung

Polizeikontrollen und Tempomessungen hätten zu keiner Verbesserung der Situation geführt. Daher hatte Uniper die Durchfahrt über das Firmengelände ab dem 19. Juli generell verboten.

Bürgermeister Thorsten Bauroth äußerte sich in einer Mitteilung ebenfalls unzufrieden mit der aktuellen Lage. Zwar sei das Verbot von Uniper „zu Recht“ ausgesprochen worden, allerdings seien „die Betreiber der Buslinie offensichtlich nicht in der Lage, in geeigneter Weise auf diese vorgezogene Sperrung zu reagieren“, so Bauroth.

In einem persönlichen Kontakt mit RMV-Geschäftsführer André Kavai habe dieser eingeräumt, „dass die Busse zwischenzeitlich alles andere als nach Fahrplan gefahren sind“. Ein Baustellenfahrplan sei sehr komplex und müsse unter anderem an die Taktung anderer Buslinien angepasst werden.

RMV und DB arbeiten an Lösung

Wie seitens der DB versichert wurde, arbeiteten alle Beteiligten an einer Lösung – zwei hinzugekommene Straßenvollsperrungen in der Region stellten dabei allerdings eine weitere Herausforderung dar. Der Baustellenplan sieht für Pendler eine Regelung vor, bei der Shuttle-Busse die Fahrgäste an den Kahler Hauptbahnhof bringen.

Von dort soll ein Umstieg in die Bahn möglich sein. „Da Fahrgäste dabei in einem anderen Tarifgebiet unterwegs sind, wird auch hierfür eine Regelung angestrebt“, so die Bahnsprecherin. Wie genau diese aussehen soll, ließ sie offen.



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