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Leichenfund in Nidderau: Kein Haftbefehl gegen den Sohn

Nidderau

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    Nach dem Leichenfund in Erbstadt wird vorerst kein Haftbefehl gegen den Sohn erlassen. Foto: Weber

Nidderau. Nach der Obduktion des 75-jährigen Vaters aus Nidderau-Erbstadt wird die Staatsanwaltschaft vorerst keinen Haftbefehl gegen den 43-jährigen Sohn erlassen. Auch nach der Obduktion ist die genaue Todesursache noch unklar.

Artikel vom 08. November 2016 - 10:23

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Von Christian Weihrauch

Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze konnte auf Nachfrage nicht sagen, ob es sich um einen Unfall handelte oder ein Verbrechen vorliegt. Wie kann es dazu kommen? Der 75-Jährige hatte skurrilerweise in dem Haus einen Helm auf. Die Obduktion ergab, dass der Gurt des Helms Druckstellen am Hals hinterlassen hat. Diese hängen wahrscheinlich mit dem Tod des Vaters zusammen. „Die genaue Todesursache konnten wir aber noch nicht feststellen“, erklärt Heinze gegenüber unserer Zeitung.

Weil keine eindeutigen Hinweise auf ein Gewaltverbrechen vorliegen, erlässt die Staatsanwaltschaft vorerst keinen Haftbefehl gegen den Sohn des Toten. Der 43-Jährige befindet sich derzeit in psychiatrischer Behandlung und soll vernommen werden, sobald es sein Zustand zulässt.

 

 

Derweil ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter. „Wir müssen zum Beispiel klären, warum der Mann im Haus einen Helm anhatte“, sagt Heinze. Die Ermittler werten derzeit Spuren aus und versuchen, das Geschehnis am Tatort zu rekonstruieren. „Die Ermittlungen sind nicht einfach, weil wir keine Zeugen haben“, berichtet Heinze.  

Heinze: Keine normale Vater-und-Sohn-Beziehung
Immer deutlicher kristallisiert sich heraus, dass in Nidderau offenbar ein Familiendrama stattgefunden hat – unabhängig davon, ob es sich um Mord, einen Unfall oder eine natürliche Todesursache handelt. „Wir haben hier keine normale Vater-und-Sohn-Beziehung – so viel ist klar“, erklärt der Oberstaatsanwalt. Nachbarn berichten zum Beispiel, dass der Vater den Sohn im Winter mit einem Gartenschlauch im Freien abgespritzt haben soll. Der Sohn soll dabei nackt gewesen sein.

Auch der Sohn ist kein unbeschriebenes Blatt in Erbstadt. Laut unseren Informationen soll er sich schon in den 80er Jahren vor Kindern entblößt haben. Die Staatsanwaltschaft kann einen Fall aus 2013 bestätigen. „Der Sohn ist psychologisch auffällig – so viel können wir schon sagen“, erklärt Heinze. Ob mehr als dieser eine Fall vorliegt, kann er weder bestätigen, noch dementieren, weil der Staatsanwaltschaft nicht mehr Informationen vorliegen.    

Nicht der erste Streit
Die Polizei fand die Leiche des 75-Jährigen am frühen Montagmorgen in dem Haus an der  Königsberger Straße. Nachbarn hatten nachts einen Streit zwischen Vater und Sohn gehört und die Beamten informiert. Als die Streife an Ort und Stelle eintraf, fand sie den 75-Jährigen leblos vor. Auch die alarmierten Rettungskräfte konnten den Mann nicht mehr ins Leben zurückholen.

Daraufhin nahm die Polizei den Sohn des Mannes mit auf das Revier. Es war offenbar nicht das erste Mal, dass es in dem Haus an der Königsberger Straße zu lautstarken Auseinandersetzungen gekommen ist. Schon früher, als die Großmutter noch lebte, habe es öfter Streit gegeben, so eine Nachbarin.



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