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Ortsumgehung: Land Hessen lehnt Tempolimit ab

Nidderau

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    Zur Eröffnung überwog bei Gerhard Schultheiß (Mitte) und den Nidderauer Bürgern noch die Freude über die Umgehungsstraße. Von den aktuellen Nachrichten ist der Rathauschef jedoch gar nicht begeistert. Archivfoto: Weber

Nidderau. Die vom Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Nidderau geforderte durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf der neuen Ortsumgehung wird vom Land Hessen nicht in vollem Umfang umgesetzt. Vor Ort trifft die Entscheidung auf Kritik.

Artikel vom 22. Juni 2016 - 17:23

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In einem Schreiben aus dem Verkehrsministerium heißt es, dass die Voraussetzungen für die Absenkung auf 70 Stundenkilometer nicht gegeben seien. Auch wird die zusätzliche Wegweisung zu den Ortsteilen Eichen und Erbstadt abgelehnt.

„Diese Entscheidung mag zwar laut Straßenverkehrsordnung begründet sein, entspricht aber nicht dem Empfinden vieler Bürger“, sagt dazu die zuständige Dezernentin Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler. Denn die vor vier Monaten formulierte Anordnung zur durchgehenden Absenkung der Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 70 Stundenkilometer war als „vorbeugende Maßnahme zur Erhaltung der öffentlichen Sicherheit“ gedacht.

Nur an einer Stelle Tempolimit
Doch das Ministerium verweist darauf, dass diese Beschränkung nur „in begründeten Ausnahmefällen bei Bestehen einer Gefahrenlage“ möglich sei. Einzig an dem Knotenpunkt, wo die Kreisstraße 246 von Karben mit der B 521 zusammenstößt, werde die gewünschte Reduzierung der Geschwindigkeit angeordnet, heißt es. Insgesamt sei auf der Umgehungsstrecke jedoch kein Unfallschwerpunkt festzustellen.

Dazu hatten die Erste Kreisbeigeordnete Simmler und Nidderaus Bürgermeister Gerhard Schultheiß gemeinsam erklärt, dass sie verhindern möchten, dass es hier erst zu einer Häufung von Unfällen kommt. Damit folgte der Main-Kinzig-Kreis als verantwortliche Verkehrsbehörde dem Anliegen zahlreicher Bürger sowie einer Forderung der Stadt.

Mehrere kritische Situationen entstanden
Hintergrund waren zahlreiche Mitteilungen von Bürgern über die Gefährlichkeit der Auf- und Abfahrten zu der neuen Ortsumgehung. Seit der Freigabe vor rund zwölf Monaten seien bereits mehrere kritische Situationen sowie vereinzelte Zusammenstöße registriert worden.

Daher hatte der Main-Kinzig-Kreis in Abstimmung mit der Stadt beschlossen, im Bereich der Abfahrt Windecken sowie von der Abfahrt Allee Süd bis zur Abfahrt Lindenbäumchen in beide Fahrtrichtungen eine entsprechende Beschilderung anzuordnen.

Schultheiß hätte sich„deutlich mehr Flexibilität“
„Wir bedauern die Ablehnung aus Wiesbaden sehr und hoffen für die Zukunft das Beste“, betonen Simmler und Schultheiß. Für die frühzeitige Beschilderung zu den Ortsteilen Eichen und Erbstadt hätte sich der Bürgermeister „deutlich mehr Flexibilität“ des Verkehrsministeriums gewünscht.

Doch stattdessen werde streng bürokratisch auf die Verwaltungsvorschrift zur „Definition von Fern- und Nahzielen“ verwiesen. Dabei sei dieses Anliegen der Stadt ja nicht aus Jux und Dollerei, sondern aus einer klaren Notwendigkeit entstanden, so Schultheiß.



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