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Maintal: 30-Jähriger wollte "Blitzer" absägen

Maintal

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    Blitzer: unbeliebt, verhasst und teuer für Temposünder. Ein Autofahrer wollte durch Absägen des Blitzers einer möglichen Strafe entgehen. (Symbolbild)

Maintal. Blitzer - ungeliebt und verhasst bei Autofahrern, beliebt bei Polizei und Gemeinden. Oft versucht, wer geblitzt wurde, auf verschiedene Art und Weise um die Strafe herumzukommen. Ein 30 Jahre alter Autofahrer ging nun einen anderen Weg: Er versuchte, durch Absägen des Blitzers um die Strafe herum zu kommen.

Artikel vom 21. September 2017 - 15:00

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Mit einer kuriosen und ungewöhnlichen Aktion hat nach Einschätzung der Maintaler Polizei ein 30 Jahre alter Mann aus Dortmund in der Nacht zu Donnerstag, 21. September, versucht, sich vor einer möglichen Strafverfolgung zu retten. Gemeinsam mit einem Begleiter soll er versucht haben, eine fest montierte Geschwindigkeitsmessanlage zu klauen.

Mit Schneidegerät zugange

Gegen 2.50 Uhr fiel einer zufällig an der Kreuzung zur Rumpenheimer Fähre vorbeikommenden Polizeistreife ein Firmenwagen auf. Zugleich sahen die Beamten zwei Männer, die mit einem großen Schneidegerät an der stationären "Blitzanlage" herumhantierten. Beim Anblick der Ordnungshüter rannten die Verdächtigen allerdings in Richtung Mainwiesen davon und konnten in der Dunkelheit selbst mit Hilfe eines Polizeihund nicht aufgespürt werden. Wie sich zeigte, war das Duo vermutlich im Begriff griff gewesen, mit einem Asphaltschneidegerät das Gehäuse der Anlage abzusägen.

Angst vor Konsequenzen

Bei den weiteren Ermittlungen am folgenden Morgen offenbarte sich den Beamten ein 30 Jahre alter Mann aus Dortmund, und räumte ein, bei der Tat dabei gewesen zu sein. Nach einer Sichtung der Beweisfotos war der Dortmunder als Fahrer des Firmenwagens mit 111 km/h statt der erlauben 60 km/h durch die Anlage "gerauscht". Da er nach aktuellen Erkenntnissen der Polizei nicht im Besitz eines Führerscheines ist, fürchtete er wahrscheinlich die drohenden Konsequenzen und entschloss sich daher mit seinem Begleiter zu der ungewöhnlichen Aktion.

Mögliche Alkoholfahrt ohne Führerschein

Unklar ist, ob der Verdächtige bei der Fahrt unter Alkoholeinfluss stand; ein Test am Donnerstagmorgen ergab einen Wert von 1,5 Promille. Darüber hinaus hatten sie die beiden Männer in der Nacht den Firmenwagen möglicherweise ohne Erlaubnis des Fahrzeughalters unter den Nagel gerissen. Die Vorwürfe gegen den 30-Jährigen reichen von Fahren ohne Fahrerlaubnis und unerlaubtem Gebrauch eines Kraftfahrzeugs über zu schnelles Fahren bis hin zu Sachbeschädigung.

Nach Angaben der Stadt Maintal beläuft sich der materielle Schaden an dem Gehäuse auf 10.000 bis 12.000 Euro; die eigentliche Messanlage wurde hingegen nicht beschädigt. Neben dem drohenden Strafverfahren muss der 30-Jährige zudem damit rechnen, dass er von der Stadt Maintal für den angerichteten Schaden in Haftung genommen wird.

 



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