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Typisierungsaktion: Christian kämpft gegen den Krebs

Langenselbold

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    Die Unterstützer Thorsten Streicher und Juliana Reuter haben die Langenselbolderin Franziska Fuß in ihre Mitte genommen. Deren Lebensgefährte ist an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Jetzt ist eine große Hilfsaktion gestartet worden. Foto: Körtel

Langenselbold. Der 30-jährige Christian ist an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Seine einzige Überlebenschance ist eine Stammzellenspende - doch bisher konnte kein passender Spender gefunden werden. Deshalb gibt es nun in Langenselbold eine Typisierungsaktion.

Artikel vom 30. Juni 2016 - 14:11

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Von Claudia Körtel

„Christian will leben." Der 30-jährige Lebensgefährte der Langenselbolderin Franziska Fuß ist an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Herkömmliche Therapien wie Chemo konnten die Chancen für den aktiven und lebensbejahenden Wetzlarer Schreinermeister nicht erhöhen.

Christians einzige Überlebenschance ist eine Stammzellenspende. Allerdings konnte für ihn weltweit bisher kein passender Spender gefunden werden, dessen Genmerkmale zu nahezu 100 Prozent mit denen von Christian übereinstimmen.

Christian muss sämtliche Aktivitäten aufgeben
Die Situation für den bisher agilen Christian: Im April dieses Jahres wurden weitere Tumore festgestellt. Ständige Krankenhausaufenthalte sind für ihn völlig ungewohnt. Sein gesundheitlicher Zustand zwang ihn, sämtliche Aktivitäten – sei es in der Familie, mit Freunden oder in seinem Hobby Kraftsport – aufzugeben.

Für jeden Menschen, der aktiv im Leben steht, sollte Christians derzeitige Lebenslage nachvollziehbar sein. Um Christian gezielt helfen zu können, ist es absolut notwendig, dass sich weitere potenzielle Stammzellenspender registrieren lassen. Dazu hat sich Christians Lebensgefährtin Franziska Fuß an die Organisation DKMS gewandt.

Finanzielle Förderer gesucht
In einer Pressekonferenz erklärte sich Langenselbolds Bürgermeister Jörg Muth bereit, die Registrierungsaktion zur Stammzellenspende zu unterstützen. Muth ist Schirmherr der Stammzellen-Spendenaktion.

In dieser Funktion wird Muth Selbolder Firmen ansprechen, die die Registrierungsaktion am 13. Juli in der Klosterberghalle hoffentlich finanziell unterstützen werden. „Die Klosterberghalle steht dazu selbstverständlich kostenfrei zur Verfügung“, ergänzte Muth, und „Ich drücke Christian und Franziska ganz fest die Daumen, dass ein Stammzellenspender gefunden wird.“

Zahlen, Daten und Fakten
Im Pressegespräch war Nicola Wenderoth von der DMKS dabei und informierte über Zahlen, Daten und Fakten, die vor allem – und hoffentlich zahlreiche Stammzellenspender – davon überzeugen, bei der Registrierungsaktion am Mittwoch, 13. Juli, dabei zu sein.

Durch die Mit-Initiatoren der Registrierungsaktion und mittlerweile Helferteam, Juliana Reuter aus Langenselbold und Torsten Streicher (Gelnhausen) hat Franziska Fuß Unterstützung, die sie dringend benötigt, um ihrem Lebensgefährten Christian eine zweite Chance zu ermöglichen.

"Welle der Hilfsbereitschaft"
Es ist erstaunlich, wie diese junge Frau die Situation mit so viel positiver Ausstrahlung meistert. „Es ist absolut faszinierend, die Welle der Hilfsbereitschaft; das hält unglaublich zusammen. Auch mir bisher völlig Unbekannte wollen bei der Registrierung helfen. Mein Herzenswunsch ist, dass möglichst viele Menschen am 13. Juli in die Klosterberghalle kommen, um Christian die Chance auf ein zweites Leben zu ermöglichen.“

Dass es gar nicht so schlimm ist, sich für eine Stammzellenspende registrieren zu lassen, darüber berichtete Jan Becker aus Hassleroth. Becker hat sich Anfang des Jahres 2013 registrieren lassen. Anlass war die Stammzellensuche für Martin Stolle.

Becker kann in Frankreich helfen
„Motivation für mich war die räumliche Nähe, der Bezug zur Region und natürlich die Hoffnung, einem Menschen zu helfen.“ Für Martin Stolle hatte Beckers Genmaterial nicht gepasst. Dafür konnte Becker – Dank der DKMS-Registrierung – in Frankreich helfen, wenn auch nur für einen kurzen Zeitraum.

„Wenn dann der Brief kommt, dass voraussichtlich alles passt, sitzt man schon mit gemischten Gefühlen da.“ Ganz anders die Aussage eines Frankfurters im Telefoninterview, der vor fünf Jahren „seinen Brief“ als DKMS-Registrierter bekam: „Es war ein gutes Gefühl. Für mich war es so, als hätte ich das große Los gezogen, für ein 'neues' Leben da zu sein.“

Zeitaufwand von sechs Minuten
Schmerzhaft für beide war die Typisierungsaktion nicht: Mit zwei Wattestäbchen – mit einem davon auf die linke und mit dem anderen auf die rechte Wangeninnenseite streichen –, und zuvor eine Einverständniserklärung ausfüllen.

Alles in allem ein Zeitaufwand von sechs Minuten. Sechs winzige Minuten im Leben eines gesunden Menschen, um einem an Blutkrebs erkrankten Menschen möglicherweise das Leben zu retten. So viel Zeit sollte sein. Ein heutzutage 58-Jähriger hat rund 31 Millionen Minuten seines Lebens mit allem Möglichen verbracht. Dagegen sind sechs Minuten ein Klacks, und ganz nebenbei, lebensrettend eingesetzt.



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