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ARD zeigt im Fliegerhorst Erlensee gedrehten Film

Erlensee

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    Eine Szene aus dem Film „Hit Mom – Mörderische Weihnachten“, der heute Abend im Ersten ausgestrahlt wird und teilweise auf dem Fliegerhorst in Erlensee abgedreht worden ist. Foto: HR/Pressestelle
  • Die Offiziersvillen, hier bei einem Lokalbesuch von Politikern, werden voraussichtlich abgerissen. Archivfoto: Weber

Erlensee. Die Offiziersvillen auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Erlensee waren wieder einmal Drehort für einen Film. Der Streifen mit dem Titel „Hit Mom – Mörderische Weihnachten“ wird am Mittwochabend um 20.15 Uhr im Ersten gezeigt. Die Offiziersvillen jedoch könnten bald abgerissen werden.

Artikel vom 13. Dezember 2017 - 17:30

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Von Holger Weber

„Hit Mom–Mörderische Weihnachten“ ist der Titel der schwarzen Komödie, die der Hessische Rundfunk (hr) am Mittwoch, um 20.15 Uhr im Ersten zeigt. Regie führte Sebastian Marka, das Drehbuch stammt von Clemens Schönborn. In den Hauptrollen sind Anneke Kim Sarnau, Kai Ivo Baulitz, Jürgen Tarrach, Vincent Krüger, Claudia Michelsen, Thorsten Merten, Anton Petzold, Marie-Lou Sellem, Wolfram Koch und Isaak Dentler zu sehen.

Inhalt: Hanni arbeitet rund um die Uhr als Putzfrau. Das muss sie auch, weil sich ihr Mann, den sie liebt, in finanzieller Hinsicht nicht gerade als Stütze erwiesen hat. Außerdem haben sie beide auch noch den gemeinsamen Sohn Viktor. Eines Tages wird Hanni Zeugin eines Mordversuchs an einer alten Dame. Der Killer hat nun eine unfreiwillige Mitwisserin und muss sie beseitigen. Doch dazu kommt es nicht, weil Hanni geistesgegenwärtig im richtigen Moment gezielt ihre Putzmittel einsetzt. Der Killer stürzt unglücklich und fällt ins Koma.

Am folgenden Tag besucht Hanni das potenzielle Mordopfer, um der Frau mitzuteilen, dass offenbar ein Auftragskiller auf sie angesetzt worden ist. Doch die vermeintlich nette Dame entpuppt sich als eine böse hysterische alte Frau, die Hanni so heftig beschimpft und bedrängt, dass sie in einem Handgemenge zu Boden geht und stirbt. Hanni ist geschockt, fischt aber trotzdem einen Tag später aus dem toten Briefkasten, von dem ihr der Killer erzählt hat, einen dicken Briefumschlag mit Geld und einen neuen Auftrag. Hanni überlegt und hadert mit sich, ob sie sich beruflich umorientieren sollte …

Offiziersvillen könnten abgerissen werden
Es könnte jedoch eine der letzten Produktionen auf dem Fliegerhorst gewesen sein. Denn die Offiziervillen, die bisher noch unter Denkmalschutz stehen, könnten abgerissen werden.

Der Grund: Der Großmetzger Brandenburg, der das Areal, auf dem die Villen derzeit stehen, kaufen und dort eine neue Produktionsanlage bauen möchte, hat offenbar keine Verwertung für die Häuser. Brandenburg stehe in Gesprächen mit der Oberen Denkmalschutzbehörde und möchte eine Abrissgenehmigung erwirken, bestätigte gestern Erlensees Bürgermeister Stefan Erb im Gespräch mit unserer Zeitung.

Kein Ensembleschutz
Die Chancen, dass es eine Genehmigung für den Abriss der Häuser gibt, stünden nicht schlecht, so Erb. Denn von einem Ensembleschutz könne man nicht mehr sprechen, wenn einmal die riesige Produktionsanlage stehe und die Kasernen in unmittelbarer Umgebung abgerissen worden sind. Brandenburg hatte zunächst offenbar geprüft, in den Häusern eine Kinderbetreuungseinrichtung oder den Besitz des Betriebsrates dort einzurichten. Mittlerweile seien diese Pläne jedoch wieder vom Tisch.

Aufhebung des Denkmalschutzes und Göring-Legende
Ein weiterer Grund für die Aufhebung des Denkmalschutzes ist die Tatsache, dass die Häuser, die im Dritten Reich gebaut wurden, längst nicht mehr in ihrem Originalzustand sind, sondern während der Stationierung der US-Truppen auf dem ehemaligen Militärflughafen grundlegend verändert worden seien. Beispielsweise seien Wintergärten angebaut worden.

Lange hielt sich die Legende, dass in einem der Häuser der damalige Reichsfeldmarschall Hermann Göring als Oberbefehlshaber der Luftwaffe genächtigt habe. Wie die beiden Historiker Werner Kurz und Jens Arndt in ihrer kürzlich erschienenen überarbeiteten Ausgabe ihrer Fliegerhorstchronik (Deckname „Briefwaage“) noch einmal klarstellten, reduzierte sich Görings Besuch jedoch auf ein Mittagessen in Langendiebach.

2013 war der Fliegerhorst schon einmal als Drehort für einen Tatort der ARD genutzt worden. Schauspieler Joachim Krol hatte damals in der Folge mit dem Titel „Das Haus am Ende der Straße“ seinen Dienst als Frankfurter Tatort-Kommissar endgültig quittiert.



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