Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
wolkig
18 ° C - wolkig
» mehr Wetter

Nur wenige Störche überwintern im Kreis

MainKinzigKreis

  • img
    Nur drei Störche überwintern in der Region. Foto: PM 

Main-Kinzig-Kreis. Anders als im Vorjahr überwintern nur wenige Störche in der Region: Im Main-Kinzig-Kreis sind es nur drei Paare - das Traditionsbrutpaar vom historischen Brutplatz am Rückinger Kamin und ein Einzelstorch aus Nidderau-Eichen.

Artikel vom 30. Dezember 2016 - 07:01

Anzeige

Analog der deutschlandweiten Kriterien erfassten Johannes Hetterich und Werner Peter von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) jüngst die sogenannten Winterstörche im Kreisgebiet. Dabei gibt immer wieder Überraschungen: Anders als im Vorjahr, als die beiden ehrenamtlichen Naturschützer noch 16 überwinternde Störche im Kreis gezählt hatten, verblieben in diesem Winter nur drei im Kreisgebiet.

Zu ihnen zählen das Traditionsbrutpaar vom historischen Brutplatz am Rückinger Kamin, das bereits zum zweiten Mal überwintert, und ein Einzelstorch aus Nidderau-Eichen, die es wie 2015 vorzogen, im Herbst nicht mehr zur Überwinterung in wärmere Gefilde zu fliegen.

Nahrungsgrundlage war 2015 besser
Im Winter des Vorjahres hingegen machten unter anderem auch Brutpaare von Steinau, Hailer Meerholz, Langenselbold, Büdesheim, Windecken und Eichen I keinerlei Anstalten, ihr Brutgebiet zu verlassen und harrten bis zum Frühjahr an ihren Brutplätzen aus. „Dies lag sicherlich an der besseren Nahrungsgrundlage im Herbst 2015, als es – anders als in diesem Spätsommer – noch vor fetter Mäuse wimmelte“, vermutet Peter.

Die Beringung der Vögel hat ergeben, dass das nunmehr vierzehnjährige Rückinger Storchenmännchen mit der Ringnummer A 2023 früher über die östliche Vogelzugroute und die Meerenge des Bosporus nach Afrika zum Überwintern zog. So wurde es unter anderem im Herbst in 2007 und 2008 in Israel als Durchzügler registriert.

 


22 Junge groß gezogen
Natürlich sind auch seine Heimatdaten bekannt: Er schlüpfte 2002 bei Wiesbaden-Schierstein und siedelte sich in 2006 in Rückingen an. Mit zwei Weibchen zog er dort in elf Brutperioden 22 Junge groß. Sein aktuelles Weibchen mit der Ringnummer A 9046, mit dem er seit 2013 verpaart ist und derzeit überwintert, stammt aus Muhr-Neuenmuhr in Mittelfranken und erblickte dort 2010 das Licht der Welt.

Warum das Storchenmännchen nicht wie üblich wieder nach Süden zog, ist nicht bekannt. Möglicherweise ist das Verhalten auf das schon recht hohe Alter zurückzuführen, denn Störche werden selten älter als 20 Jahre. Nach einer elfjährigen Revierbesetzung sei davon auszugehen, dass der Storch auch in schlechten Zeiten wisse, wo Futter zu finden ist. Das Weibchen wiederum sei – der Art entsprechend – an der Seite des Männchens verblieben.

Besuchsstorch an Weihnachten
Noch ist der Winter nicht vorbei. Somit ist es möglich, dass auch das Rückinger Storchenpaar bei extremen Schnee- und Eisverhältnissen noch eine Winterflucht antritt. Bis nach Afrika werde ihr Weg in dem Fall jedoch nicht führen. Hierzu passt auch die Feststellung von Jürgen von Paris, der an Weihnachten auf dem Langendiebacher Storchennest am Wehrturm Ost überraschender Weise einen Besuchsstorch registrierte.

Ob es sich hierbei um einen der beiden unberingten traditionellen Nestinhaber handelt, ist unbekannt. Auszuschließen ist dies nicht, denn auch der Besuchsstorch war unberingt. Womöglich wurde er von der aktuellen milden Winterwitterung motiviert, seinen Brutplatz aufzusuchen.



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.