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Fragen und Antworten: Das ist an Silvester erlaubt

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    Was ist an Silvester erlaubt? Damit es keinen Ärger mit den Nachbarn gibt, sollte man sich an die Tipps des Hanauer Mietervereins halten (Symbolbild).

Main-Kinzig-Kreis. Was ist an Silvester erlaubt? Und was sollte man lieber bleiben lassen. Fragen und Antworten:

Artikel vom 28. Dezember 2016 - 18:55

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Wer eine Silvesterparty plant und in einem Haus mit anderen Menschen zusammenlebt, dem empfiehlt der Hanauer Mieterverein, auch an die Nachbarn zu denken. Damit nicht ausgerechnet in der Nacht zum neuen Jahr ein Streit ausbricht. Hans-Egon Heinz, der Vorsitzende des Hanauer Mietervereins, hat sich zur Thematik Silvesterparty einem Frage-Antwort-Spiel gestellt.
 
Laut Gesetz gilt ab 22 Uhr Nachtruhe – auch an Silvester?

An Silvester gelten de facto Sonderregelungen, sagt der Vorsitzende des Mietervereins, Hans-Egon Heinz. In sehr vielen Wohnungen werde gefeiert, traditionellerweise explodieren um Mitternacht überall Böller und Raketen.

Da sei es wenig aussichtsreich, an diesem Abend auf die gesetzlichen Ruhezeiten zu pochen. Dennoch: Gerade Mieter in Mehrfamilienhäusern sind besonders zur gegenseitigen Rücksichtnahme verpflichtet. Deshalb rät Heinz, Fenster und Türen geschlossen zu halten: Auch sollte die Party nicht in voller Lautstärke bis in die Morgenstunden weitergehen.

Was kann man noch tun, um Streit mit den Nachbarn zu vermeiden?
Vorbereitung hilft. Der Mieterverein empfiehlt, die Nachbarn frühzeitig über die Party zu informieren – und sie gegebenenfalls einzuladen. Ein weiterer Tipp: Die Gäste anzuhalten, sich beim Kommen und Gehen ruhig zu verhalten.

Wie genau wird Nachtruhe überhaupt definiert?
Im Wesentlichen bedeutet es, „dass Geräusche außerhalb der Wohnung kaum noch wahrnehmbar sein sollen“, erklärt man beim Mieterverein. Dezibelgrenzen ließen sich dafür nicht anführen. Grundsätzlich ist die Nachtruhe in den Landesimmissionsschutz-Gesetzen geregelt – und meist von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens einzuhalten, ergänzt Heinz.

Doch grundsätzlich gilt: Geräusche aus der Nachbarwohnung, die durch Grundbedürfnisse verursacht werden, müssten Mieter dulden. So sei beispielsweise das Duschen auch nach 22 Uhr erlaubt, sofern es in angemessener Weise geschehe. Übertragen auf Silvester: Erlaubt ist es, im üblichen Maß zu feiern. Viele Mieter und ihre Gäste lassen um Mitternacht vor dem Haus Raketen steigen und stoßen dort aufs neue Jahr an.

Wer ist nach der Party für den Müll verantwortlich?
Hinterlässt ein Mieter Müll auf öffentlichen Straßen, Plätzen und Wegen, kann ihn sein Vermieter dafür nicht zur Rechenschaft ziehen. Und auch für das Böllern auf dem privaten Grundstück gibt es meist keine Klausel im Mietvertrag. Dennoch: „Jeder Mieter ist verpflichtet, seinen Müll wegzuräumen, der aus besonderen Anlässen übermäßig entsteht“, sagt Heinz. Insofern müsse ein Mieter die Überreste seiner Silvesterparty hinterher beseitigen. Feiern mehrere Parteien im Haus, sei der Schuldige hinterher aber schwer auszumachen.

Wer haftet, wenn ein Böller auf dem Nachbarbalkon Schäden anrichtet?
Silvester zählt erfahrungsgemäß zu den schadenträchtigsten Tagen eines Jahres, heißt es beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin. Verirrte Raketen auf Nachbarbalkon seien keine Seltenheit. In der Regel hafte derjenige, der den Schaden verursacht.

Und dann gilt: Die Privathaftpflichtversicherung übernimmt grundsätzlich Schäden, die bei einem Dritten angerichtet werden – soweit dies nicht vorsätzlich geschieht. Balkone seien allerdings kein geeigneter Ort, um Raketen zu zünden. Die Gefahr von Schäden am Gebäude sei zu hoch, urteilte das Amtsgericht Berlin-Mitte (Az.: 25 C 177/01), wie Hans-Egon Heinz informiert.

Wer kommt für Schäden auf, die ein Kind an Silvester verursacht?
In der Regel springt die private Haftpflichtversicherung der Eltern ein. Bei Kindern unter sieben Jahren geht der Gesetzgeber davon aus, dass sie die Gefährlichkeit ihrer Handlung nicht erkennen können. Mit der Folge: Sie können in der Regel nicht zur Verantwortung gezogen werden. Sind sie älter als sieben Jahre, komme es auf den Einzelfall an.

Wenn das Kind nicht haftbar gemacht werden kann, könnten Eltern oder andere Aufsichtspersonen eventuell zur Verantwortung gezogen werden. Insbesondere dann , wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Wann das genau der Fall ist, lasse sich nicht pauschal beantworten. Um Schäden und kostspielige Folgen zu vermeiden, gilt der Rat: Kinder sollten nie unbeaufsichtigt Raketen zünden.



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