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Kreis im Aufwind: Hanau und Maintal wachsen überdurchschnittlich

MainKinzigKreis

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    Hanau gehört zu den Kommunen im Kreis, die überdurchschnittlich gewachsen sind. Archivfoto: bbn
  • Diese fünf Kommunen stechen besonders heraus. Grafik: PM
  • Die Kommunen im Kreis wachsen wieder. Grafik: PM

Main-Kinzig-Kreis. Die Kommunen im Main-Kinzig-Kreis sind wieder im Aufwind. Vor allem vier Kommunen in der Region Hanau stechen heraus: Hanau, Maintal, Erlensee und Langenselbold wachsen überdurchschnittlich.

Artikel vom 28. Dezember 2016 - 12:19

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Zwischen 2008 und 2014 haben sich die Kommunen im Main-Kinzig-Kreis aus dem Formtief der Jahre 2003 bis 2008 heraus gearbeitet. Sie erreichen noch nicht ganz die Spitzenwerte der Jahre vor 2003, haben aber gute Chancen, sich noch weiter zu verbessern.

„Mein Fazit: Seit 2008 entwickelt sich die Mehrheit der Kommunen positiv.“ Das berichtet Dr. Gunther Quidde, Hauptgeschäftsführer der die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern nachdem er die umfassende Datensammlung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ausgewertet hat.

Sechs Kenngrößen
Unter www.raumbeobachtung.de findet sich die Datensammlung, in der für jede deutsche Kommune sechs unterschiedliche Kenngrößen wie die Entwicklung der Bevölkerung, der Arbeitslosigkeit und der Gewerbesteuer verglichen werden.

Das BBSR betrachtet diese Kenngrößen und sortiert alle deutschen Kommunen in die fünf Klassen „überdurchschnittlich wachsend“, „wachsend“, „keine eindeutige Entwicklungsrichtung“, „schrumpfend“ und „überdurchschnittlich schrumpfend“ ein.

2003 bis 2008: Viele Kommunen "schrumpften"
„Dieses Modell ist ebenso einfach wie elegant, denn es ermöglicht einen deutschlandweiten Vergleich aufgrund gut verfügbarer, verhältnismäßig aktueller Daten“, lobt Quidde das BBSR, dessen Veröffentlichungen meist nur Leckerbissen für Spezialisten der Raum- und Stadtplanung sind. „Vielleicht ist deshalb kaum beachtet worden, wie positiv dort der Main-Kinzig-Kreis mit seinen Kommunen abschneidet“, ergänzt der IHK-Chef.

Zu welchen Ergebnissen kommen die Raumplaner im Detail? Im Zeitvergleich wird deutlich, dass in den Jahren 2003 bis 2008 ein großer Teil der 29 Kommunen im MKK, nämlich elf, nach der BBSR-Definition „schrumpften“ (zehn Kommunen) oder sogar „überdurchschnittlich schrumpften“ (eine Kommune). Im gleichen Zeitraum „wuchsen“ vier Kommunen leicht und sechs sogar „überdurchschnittlich“. Für acht Kommunen ließ sich keine eindeutige Entwicklungsrichtung feststellen.

Bad Orb beeindruckt
Deutlich besser läuft es seit 2009. Fünf Kommunen verzeichneten in den Jahren 2009 bis 2014 sogar ein „überdurchschnittliches Wachstum“. Es handelt sich um Bad Orb, Erlensee, Hanau, Langenselbold und Maintal.

„Besonders beeindruckt dabei Bad Orb, das in fünf der sechs Indikatoren in der Spitzengruppe liegt, nur bei der Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bleibt die Spessart-Kommune Durchschnitt“, lobt Quidde. Etwas schwächer präsentiert sich Erlensee, das im gleichen Zeitraum – vor den Erfolgen bei der Ansiedlung neuer Unternehmen auf dem ehemaligen Flugplatz – sogar einen überdurchschnittlichen Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu tragen hatte.

Maintal schneidet ähnlich gut ab wie Hanau
Bei der Betrachtung der Indikatoren ähnelt Hanau Bad Orb, allerdings mit einem schwächeren Rückgang der Arbeitslosigkeit im Untersuchungszeitraum. Darin ist Langenselbold wiederum sehr gut aufgestellt und insgesamt genauso positiv wie Hanau bewertet.

Allerdings wuchs in Langenselbold die Zahl der Erwerbsfähigen zwar, aber eben nicht überdurchschnittlich. Maintal wiederum schneidet ähnlich gut ab wie Hanau, wobei der unterdurchschnittliche Rückgang der Arbeitslosigkeit ins Kontor schlägt.

Quidde sieht Entwicklung positiv
Beim Vergleich der fünf besten Main-Kinzig-Kommunen in diesem Vergleich fällt auf, dass sich ihre Schwächen ähneln: Sie alle schneiden verhältnismäßig schlecht ab bei der Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowie – ausgenommen Bad Orb – beim Gewerbesteuer-Grundaufkommen.

„Angesichts der starken demographischen Komponente dieses Vergleichs finde ich das Ergebnis für die Kommunen im Main-Kinzig-Kreis sehr positiv“, bewertet Hauptgeschäftsführer Quidde das Ergebnis und prognostiziert: „In den veröffentlichten Zahlen bis zum Jahr 2014 schwächeln einige Kommunen noch wegen unterdurchschnittlichen Gewerbesteueraufkommens und verhältnismäßig hoher Arbeitslosigkeit. Wenn man sich die Entwicklung in den beiden in dieser Statistik noch nicht berücksichtigten Jahren 2015 und 2016 anschaut, darf man sehr optimistisch sein, dass der MKK insgesamt künftig noch besser abschneiden wird. Deshalb sollte auch die Zahl von zehn ‚schrumpfenden‘ Kommunen nicht überbewertet werden: Sie werden sich in den nächsten Jahren verbessern. Der Main-Kinzig-Kreis hat also schon aufgeholt und wird weiter aufholen.“



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