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Überfall in Schlüchtern: Ermittler hoffen auf Hinweise

Main-Kinzig-Kreis

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    Die drei Männer haben brutal auf die Frau eingetreten und geschlagen (Symbolfoto).

Schlüchtern. Die Oberstaatsanwaltschaft in Hanau hat weitere Details zum brutalen Überfall auf eine Frau Ende Januar in Schlüchtern veröffentlicht. Einem zunächst festgenommenem Verdächtigen habe man keine Beteiligung an der Tat nachweisen können. Nun hoffen die Ermittler auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung.

Artikel vom 27. November 2016 - 11:00

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Von Daniel Krenzer

Es ist Donnerstag, der 28. Januar diesen Jahres, etwa 20 Uhr. Eine 41-Jährige aus Schlüchtern geht mit ihrem Hund eine kleine Runde spazieren. Dem Tier geht es nicht gut, sie will ihn anschließend zu einem Tierarzt in der Lotichiusstraße bringen.

Die Frau läuft eine Runde auf dem Fußweg am Riedbach und mit dem Mischlingshund an der Leine am Wartehäuschen der Bushaltestelle „Hallenbad“ an der ehemaligen Postfiliale vorbei. Dort sitzen drei dunkel gekleidete Männer zwischen 20 und 40 Jahren mit dunklem Teint, wie die Frau später berichtet.

Die Männer folgen der Schlüchternerin, reißen ihr kurz darauf die Hundeleine aus der Hand und werfen den Yorkshire-Terrier in den Bach, als wäre er Abfall. Anschließend schlagen und treten die drei Personen brutal auf die Frau ein, würgen sie mit der Hundeleine, zerreißen ihre Kleidung und berühren sie am nackten Körper und im Genitalbereich. Danach entreißen ihr die völlig ungehemmten Männer die Geldbörse, nehmen etwa 400 Euro Bargeld heraus.

Anschließend werfen die Täter die Geldbörse auf den Boden, ehe die Täter Richtung Breitenbacher Straße davonlaufen. Von diesem Tathergang gehen die Ermittler inzwischen aus, wie Oberstaatsanwalt Jürgen Heinze mitteilt.

Auf allen Vieren soll die 41-Jährige dann nach unserer Zeitung vorliegenden Informationen zum Riedbach gekrochen sein, um ihren Hund aus dem Wasser zu holen. Danach schleppte sie sich wohl zu ihrem Auto, setzte sich hinein und schrie sehr laut auf. Das alarmierte eine Passantin, die sich um die Frau kümmerte und die Polizei alarmierte.

Zwar ist laut Heinze ein 28-Jähriger ermittelt worden, der im Verdacht steht, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Allerdings habe man dies dem Mann nicht nachweisen können. Der Beschuldigte habe den Tatvorwurf bestritten. „Er gab an, zwar zur Tatzeit die Straße parallel zum Tatort benutzt und dort auch in einem Tegut-Markt gewesen zu sein, von dem Tatgeschehen aber nichts mitbekommen zu haben“, so Heinze. Er selbst sei nicht am Tatort gewesen und habe von der Handlung nur durch die von der Polizei aufgehängten Plakate erfahren. Des Weiteren gab er an, dass er auch keine weiteren Personen kenne, die sich an der Bushaltestelle in der Bahnhofsstraße aufhalten würden.

Die gesicherten Spuren – eine Zigarettenkippe und der Abrieb des Mittelfingers der rechten Hand des Opfers – wurden laut Heinze nach Entnahme einer Speichelprobe und der Fingerabdrücke des Beschuldigten miteinander abgeglichen. „Die Vergleiche verliefen jeweils negativ, das DNA-Profil des Beschuldigten kommt als Spurenverursacher nicht in Betracht“, stellt der Oberstaatsanwalt fest. Es gebe keine belastbaren Beweise, dass der Beschuldigte am Raub und der besonders schweren sexuellen Nötigung beteiligt gewesen sei.

Zeugen des Tatgeschehen konnten laut Heinze bislang nicht ermittelt werden. Das Opfer habe aufgrund der Ausnahmesituation keine detaillierte Personenbeschreibung abgeben können. „Die Ermittlungen gegen den Beschuldigten mussten daher eingestellt werden“, teilt der Oberstaatsanwalt mit.

Die Ermittlungsbehörden erhoffen sich durch das erneute Aufgreifen des Falles in der Öffentlichkeit doch noch Hinweise, um den Fall aufklären zu können. Telefonisch erreichbar ist die Staatsanwaltschaft unter Telefon 0 61 81/29 73 85.



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