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Weißstorchbestand im Main-Kinzig-Kreis steigt

Main-Kinzig-Kreis

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    Diverse Schutzmaßnahmen der HGON sorgten für gute Brutbedingungen bei den Weißstörchen in der Region und insgesamt 101 Jungstörche. Foto: PM

Main-Kinzig-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr konnten 2016 sechs weitere Brutpaare im Kreisgebiet verzeichnet werden. Dies ist laut Storchenschützer Werner Peter von der Hessischen Gesellschaft für
Ornithologie und Naturschutz (HGON) eine erfreuliche Entwicklung.

Artikel vom 16. November 2016 - 17:21

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Von Sebastian Zeh

 

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen muss ein Storchenpaar durchschnittlich zirka zwei Junge großziehen, damit die Brutpopulation stabil bleibt. Der Bruterfolg konnte dank 101 Jungstörchen auf einem Jahresmittel von 2,14 Jungen pro Paar gehalten werden. Das gute Brutresultat ist umso beachtlicher, als dass infolge des verregneten Frühjahrs die Wiesen extrem spät gemäht wurden. Dies erschwerte den Vögeln die Nahrungsbeschaffung mit Regenwürmern und Nacktschnecken erheblich. Mäuse fielen als Beute nahezu aus, da die Kleinsäuger in diesem Jahr ein Bestandstief verzeichneten.


Die suboptimalen Rahmenbedingungen sorgten für zahlenmäßige Schwankungen bei den Brutpaaren. Während sechs gänzlich ohne Bruterfolg blieben und weitere zehn Paare nur ein Junges großzogen, gab es auch kopfstarke Bruten. In acht Nestern wurden jeweils vier Junge flügge und bei Nidderau-Eichen sogar fünf. Außerdem hatten zwölf Paare je zwei Junge im Nest und zehn Paare brachten jeweils drei Junge zum Ausfliegen. Zum Zwecke der wissenschaftlichen Forschung wurden 40 Jungstörche mit Ringen der Vogelwarte Helgoland markiert.


Wie in den Vorjahren siedelten sich die meisten Brutpaare – 20 an der Zahl – im Altkreis Hanau an. Im Altkreis Gelnhausen schritten sechzehn Paare zur Brut, im Altkreis Schlüchtern drei. Storchenreichste Gemeinde im Kreis war Nidderau mit neun Paaren, gefolgt von Rodenbach und Gelnhausen mit jeweils fünf Paaren.


Die HGON auch setzte auch in diesem Jahr ihre Storchenschutzaktivitäten fort. Bei Neuenhaßlau wurde mit der Unterstützung von Hessen-Mobil ein Feuchtgebiet von Gehölzaufwuchs freigestellt und dadurch der Auenlebensraum verbessert. Außerdem wurden sechs Storchenhorste in der mittleren Kinzigaue saniert und zwei neue Brutmasten im Altkreis Gelnhausen errichtet.


Im Jahr 2016 konnten zudem drei besondere Ereignisse verzeichnet werden. So gab es erstmals Neuberg-Rüdigheim und Birstein-Kirchbracht und damit weit abseits der Hauptverbreitungsgebiete Kinzigtal und Nidderaue erfolgreiche Bruten. Außerdem wurde auf dem Rückinger Kaminhorst eine Ersatzbrut mit einem Jungen flügge. Erfolgreiche Ersatzbruten sind bei Störchen aufgrund der langen Brut- und Jungenaufzuchtperiode äußerst selten. In Nidderau-Heldenbergen musste zudem ein auf einem Strommast errichtetes Nest aufgrund der Stromschlaggefahr beseitigt werden. Das vertriebene Paar brütete später auf einem Bahnmast bei Schöneck-Büdesheim und zog dort zwei Junge auf.



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