Lesezeichen hinzufügen hanauer.de als Startseite
sonnig
26 ° C - sonnig
» mehr Wetter
Aktuelles
Lokales, Langenselbold: Rückstau bis Gelnhausen: Autos wälzen sich durch Langenselbold+++ 11:29 Uhr +++
Hanau-Land, Maintal: Mit Helmut Hilbig feiert Hochstädter Institution 80. Geburtstag+++ 06:00 Uhr +++
Sport, Hanau: Gruppenliga: Gipfeltreffen steigt in Großkrotzenburg+++ 19:40 Uhr +++
Hanau-Land, Maintal: Stadtparlament verschiebt Entscheidungen+++ 17:25 Uhr +++
Lokales, Hanau: "Symphonic Rock in Concert" begeistert im Amphitheater+++ 16:29 Uhr +++
Hanau-Land, Rodenbach: Vorbereitungen für Nussbaumfest und Strick-Event in Rodenbach+++ 16:18 Uhr +++
Sport, Nidderau: Mrozinski will ins Finale der Junioren-WM+++ 14:48 Uhr +++
Hanau-Land, Nidderau/Schöneck: Rotkäppchen trifft Lumpenpack beim Marktplatz-Spektakel Nidderau+++ 09:27 Uhr +++
Hanau-Land, Maintal: Krah+Enders zieht Ende 2018 in Nachbarschaft des Umspannwerks+++ 06:00 Uhr +++
Lokales, Hanau: Festspiele: Acht Nominierungen für den Musical-Preis+++ 21:50 Uhr +++
Hanau-Land, Maintal: Ho-Ho-Hotzenplotz im Pfarrgarten+++ 19:07 Uhr +++
Hanau-Land, Gelnhausen: Kleinkunst-Revue «Paternoster» begeistert in Gelnhausen+++ 17:42 Uhr +++
Lokales, Hanau-Mittelbuchen: "Panik-Elf" feiert am Wochenende ihr 40-jähriges Bestehen+++ 17:41 Uhr +++
Lokales, Hanau: Eifersucht als Prügelmotiv?+++ 17:39 Uhr +++
Hanau-Land, Rodenbach: Natur schützen beim Einkauf+++ 17:37 Uhr +++
Hanau-Land, Maintal: Radfahrerin bei Unfall mit Pkw verletzt+++ 15:55 Uhr +++
Hanau-Land, Maintal: Autohaus in Dörnigheim heimgesucht+++ 10:38 Uhr +++
Aktuelles
Lokales, Langenselbold: Rückstau bis Gelnhausen: Autos wälzen sich durch Langenselbold+++ 11:29 Uhr +++

Kommentar zur US-Wahl: Wo bleibt die Vernunft?

Hanau

  • img
    Holger Weber

Donald Trumps Triumph ist der letzte Beweis, dass wir im Zeitalter des Populismus angekommen sind. Ein Kommentar unseres Redakteurs Holger Weber zur US-Wahl.

Artikel vom 10. November 2016 - 12:28

Anzeige

Von Holger Weber

Kaum jemand hatte ernsthaft daran geglaubt, dass die Amerikaner Donald Trump, diesen skurrilen Milliardär aus dem Vorabendprogramm, jemals zum Präsidenten der USA wählen könnten. Genauso wie kaum jemand ernsthaft in Betracht gezogen hatte, dass die Briten wirklich für einen Austritt aus der Europäischen Union votieren könnten. Und wer hätte vor einigen Jahren die Prognose gewagt, dass eine Partei, die vor Krieg und Elend flüchtende Menschen an der deutschen Grenze mit Waffengewalt abweisen möchte, bei Landtagswahlen mehr als 20 Prozent der Stimmen erhält?

Spätestens nach der Präsidenten-Wahl in den USA sind alle, die immer noch an die Vernunft im Menschen geglaubt haben, eines Besseren belehrt worden. Trumps Triumph ist der letzte Beweis, dass wir im Zeitalter des Populismus angekommen sind. Die westlichen Gesellschaften und ihre Werte wie Freiheit und Demokratie, von denen wir glaubten, sie stünden auf einem stabilen Fundament, sind ernsthaft in Gefahr geraten. Doch kommt die Bedrohung nicht von außen, etwa durch den Islam, wie uns die Populisten Glauben machen wollen. Vielmehr droht das Fundament durch innere Kräfte brüchig zu werden. Durch Demagogen und Egozentriker, für die die Menschen und das Schicksal ihres Landes nur zweitrangig sind und denen es vorrangig um sich selbst geht. Putin und Erdogan gehörten eben nicht zufällig zu den ersten Gratulanten Trumps. Und auch Marie Le Pen in Frankreich und die selbst ernannten Retter des Abendlandes von der AfD machten aus ihrer Freude über den Wahlsieg Trumps keinen Hehl. Sie gehören einer neuen (alten) Gattung von Politikern an, die den Wählern zunächst Angst einflößen und ihnen dann einfache Lösungen für komplexe Probleme auftischen. Lösungen, die sich so einfach nicht umsetzen lassen. Das wird auch Trump merken, wenn er irgendwand sein Wahlkämpfergewand abgestreift hat und in der Realpolitik angekommen ist.

Als Präsident der letzten Supermacht nimmt er unter allen Populisten in dieser Welt eine besondere Rolle ein. Es steht zu befürchten, dass er zu einer Leitfigur des Populismus wird. Jetzt könnten auch anderswo letzte Tabus fallen, Dinge gesagt werden, die bisher nach allgemeinem Verständnis von Anstand noch als unsagbar galten. Seine aggressive, diffamierende und verletzende Rhetorik könnte unter Populisten zu einem allgemein akzeptierten Stilmittel werden. Die Missachtung von Religionsfreiheit, die Nichtbeachtung der Rechte von Minderheiten, die Herabwürdigung von Frauen könnten etwas Alltägliches und seine politischen Rezepte zu Mustern von allgemeinem Wert werden. Protektionismus gegen Globalisierung. Abschottung gegen Einwanderung. Als ob dies Europa und die Welt nicht schon einmal in eine Katastrophe geführt hätte. „Lasst es nie wieder zu, dass jemals wieder Hetzer und Lügner an die Macht kommen“ und „Wehret den Anfängen“ – immer wieder wurden diese Sätze in Deutschland den Nachkriegsgenerationen in der Schule und in den Medien eingebläut. So oft, dass viele, die wohl behütet in Frieden, Freiheit und Wohlstand aufgewachsen sind, sie schon nicht mehr hören konnten. Heute zeigt sich, dass die Warnungen nach wie vor ihre Berechtigung haben. Wenngleich die politische Kultur in Deutschland (noch) eine andere ist, und man die Situation in beiden Ländern nicht eins zu eins vergleichen kann, haben US-Wahl und Brexit schmerzlich gezeigt, dass es keine Gewissheiten und keine Sicherheiten mehr gibt. Durch Trumps Sieg ist die Welt nun noch ein Stück unsicherer, vor allem aber unberechenbarer geworden.



Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.